Tooth Mousse Test 01

In diesem Artikel geht es um eine so genannte Zahnschutzcreme, welche bei besonders schmerzempfindlichen Zähnen, Mineralisationsstörumgen oder Mundtrockenheit ergänzend zur eigentlichen Zahncreme angewendet werden kann – der GC Tooth Mousse*.

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Worum geht’s? > Marke/Geschichte

Das GC Tooth Mousse wurde erstmalig im Jahre 2002 in Australien und Neuseeland auf den Markt gebracht. Seitdem hat sich Tooth Mousse weltweit einen Namen gemacht und ist, nachdem das Produkt in Deutschland jahrelang nur direkt beim Zahnarzt zu erwerben war, mittlerweile auch in Apotheken und natürlich online* erhältlich. Entscheidend für die Wirksamkeit und zentraler Inhaltsstoff der Produktlinie ist das patentierte Recaldent (auch CPP-ACP), welches an der Universität von Melbourne in Australien entwickelt wurde.

Das japanische Unternehmen GC ist in der Dentalbranche eines der ganz Großen. In über 100 Ländern deckt GC viele Bereiche im zahnmedizinischen Sektor ab und ist vor allem in Asien, Europa und in den USA sehr präsent. Der Hauptfirmensitz ist in Tokio, insgesamt beschäftigt GC welweit über 2500 Angstellte.

Weitere Produkte des Unternehmens sind das GC MI Plus, welches zusätzlich Fluoride enthält, und das GC Dry Mousse, speziell gegen Mundtrockenheit.

 

Was soll’s bringen? > Marketing/Versprechen

Allgemein ist das GC Tooth Mousse keine Zahncreme im herkömmlichen Sinne, sondern als Ergänzung nach dem täglichen Putzvorgang anzusehen. Dazu soll die Paste für ca. 3 Minuten im Mund behalten werden, im Anschluss darf nicht mit Wasser nachgespült werden.

Das GC Tooth Mousse wird insbesonders für stark schmerzempfindliche Zähne beworben. Solche Beschwerden können aufgrund von Mineralisationstörungen, nach der Zahnaufhellung oder einfach nur durch freilegenden Zahnhälse entstanden sein. 

Aber auch für Menschen, die unter starker Mundtrockenheit (Xerostomie) leiden, verspricht das GC Tooth Mousse Linderung durch besondere Anregung des Speichelflusses.

Des Weiteren behauptet GC, mit dem Tooth Mousse das erste natürliche Schutzsystem gegen „Säureangriffe” entwickelt zu haben, wodurch das Kariesriskio minimiert wird und dem Tooth Mousse eine prophylaktische Bedeutung zukommt.

Hinzu kommt, dass die Paste laut Herstellerangaben auch für Kinder unter sechs Jahren geeignet sein soll – und so bereits im Milch- bzw. Wechselgebiss angewendet werden kann (Wichtig: mehr zu dieser Aussage siehe weiter unten oder hier).

Es gibt das GC Tooth Mouse in insgesamt fünf Geschmacksrichtungen: Erdbeere, Minze, Vanille, Melone und Tutti-Frutti. Die 40g Tube GC Tooth Mousse gibt es u.a. bei Amazon* zu kaufen.

Ob sich die Behauptungen auch tatsächlich bewahrheiten, wollen wir nun in unserem GC Tooth Mousse Test untersuchen.

 

Wie sieht’s aus? > Verpackung

Tooth Mousse Test 02

Die GC Tooth Mousse Zahnschutzcremes kommen allesamt mit Umverpackung und  Beipackzettel daher und sind branchenüblich hygienisch zufriedenstellend versiegelt. Die fünf Geschmacksrichtungen sind allesamt farblich voneinander abgegrenzt und dank grafischer Darstellung der fünf Geschmacksnoten (Erdbeere, Minze, Vanille, Melone und Tutti-Frutti) auf Anhieb unterscheidbar.

Tooth Mousse Test 03

 

Was ist drin? > Inhaltsstoffe

Nach welchen Kriterien wir die Zahnpasten bewerten, erfahrt Ihr hier.


Im Folgenden sind die deklarierten Inhaltsstoffe der GC Tooth Mousse mit ihren jeweiligen Funktionseigenschaften in Gänze dargestellt. Unterstrichene Inhaltsstoffe werden im anschließenden Abschnitt näher diskutiert.

Pure water, Lösungsmittel
Glycerol, Feuchthaltemittel
CPP-ACP, Recaldent
D-sorbitol, Feuchthaltemittel

CMC-Na, (=Natrium-Carboxymethylcellulose) Bindemittel
Propylene glycol, Feuchthaltemittel
Silicon dioxide, (=Siliciumdioxid)
Titanium dioxide, Färbemittel
Xylitol, (=Xylit)
Zuckeraustauschstoff
Phosphoric acid, Phosphorsäure
Flavoring, Geschmacks-/Duftstoff
Zinc oxide, Zinkverbindung 

Sodium saccarin, Süßungsmittel
Ethyl p-hydroxybenzoate, Konservierungsmittel
Magnesium oxide, (=“Bittererde“) Säureregulator
Guar gum, (=Guaran) Verdickungsmittel
Propyl p-hydroxybenzoate, Konservierungsmittel
Butyl p-hydroxybenzoate, Konservierungsmittel


Tooth Mousse Test 04

Hauptbestandteil und wichtigster Inhaltsstoff der GC Tooth Mousse ist das Recaldent, ein so genannter CPP-ACP-Komplex (Casein Phosphopeptid – amorphes Calciumphosphat). Dieser Komplex ist, wie oben bereits beschrieben, patentiert und wird dementsprechend auch von Unternehmen aktiv beworben. Das Recaldent wird aus dem Milch-Protein Kasein gewonnen und bewirkt, dass sich die im Wirkstoff enthaltenen Mineralstoffe (Kalzium und Phosphat) in den Zahnschmelz einlagern können. Dadurch kann zum einen die Demineralisierung des Zahnschmelzes verhindert werden, zum anderen werden bereits demineralisierte Stellen wieder gestärkt. Des Weiteren erwirkt der Komplex das Versiegeln freilegender Zahnhälse – die Zähne sind dadurch weniger reizempfindlich.

Warum sind manche Zähne überhaupt schmerzempfindlich?

Da das Kasein ein Milch-Protein ist, gilt GC Tooth Mousse für Personen mit Milch-Protein-Allergie (nicht mit Milchzuckerunverträglichkeit (Lactoseintoleranz) zu verwechseln) als ungeeignet.

Xylit ist ein häufig eingesetzter Zuckeraustauschstoff, welchem eine antikariogene Wirkung zugesprochen wird. Eine Karies entsteht, vereinfacht gesagt, durch säureproduzierende Bakterien in der Mundhöhle. Insbesondere der Streptococcus mutans ist daran beteiligt. Entscheidend für die Wirksamkeit von Xylit ist nun die Tatsache, dass Xylit, im Gegensatz zu anderen Zuckern, nicht vom S. mutans verstoffwechselt werden kann. Dadurch kann das Bakterium keine schädlichen Säuren mehr produzieren, zudem nimmt dessen Population ab – das Kariesrisiko sinkt. Des Weiteren erwirkt Xylit einen Anstieg des pH-Werts – auch das vermindert das kariogene Potenzial des S. mutans. Somit ist Xylit als sinnvolle Beimischung in der GC Tooth Mousse anzusehen. 

Das Zinkoxid (Zinc Oxide) ist aufgrund seiner positiven Eigenschaften allgemein als sinnvoller Zusatz in Zahncremes anzusehen, sollte jedoch in diesem Fall einer differenzierteren Betrachtung unterliegen. Zinkverbindungen sind zwar antibakteriell wirksam und helfen effektiv bei Zahnfleischproblemen oder etwaigen Mundgeruch. Dennoch ist Zink nur in Zahncremes für Erwachsene uneingeschränkt ratsam – Kinder sollten nur in Ausnahmefällen zinkhaltige Zahnpflegeprodukte verwenden.

„Das BfR empfiehlt ( ..), dass Mundhygieneprodukte wie Zahnpasta, die gezielt für Kinder ausgelobt werden, zinkfrei sein sollten bzw. Produkte für Erwachsene entsprechend gekennzeichnet werden.“ (Bundesinstituts für Risikobewertung)

Dies liegt darin begründet, dass Kinder insgesamt weniger Zink als Erwachsene benötigen und meist bereits über die Nahrung die empfohlene Tages­höchst­menge aufnehmen. Wird Zink nämlich über einen längeren Zeitraum überdosiert, kann es das Immun­system schwächen oder neuro­motorische Schäden hervorrufen.

Somit sollte das GC Tooth Mousse nur in enger Absprache mit dem Hausarzt bzw. Zahnarzt bei Kindern verwendet werden, um so eine mögliche Zinküberdosierung zu vermeiden. Das GC Tooth Mouse ist also nicht, wie der Hersteller behauptet, uneingeschränkt für Kinder zu empfehlen.

Hier gibt es die entsprechende Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung sowie das FAQ von Stiftung Warentest.

Erwähnenswert ist ebenfalls der Inhaltsstoff Titandioxid. Titandioxid (Titanium dioxide) gehört zu den so genannten Nanomaterialien und ist inzwischen in zahlreichen Zahncremes zu finden. Im Prinzip fungiert es als Färbemittel und sorgt so für die weiße Farbe der Zahncremes. Ob unbekannte Risiken für den Verbraucher von Nanomaterialien ausgehen können, ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung „wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt“. Es bleibt also abzuwarten, was aktuelle Studien an neuen Erkenntnissen liefern.

Kritisch anzusehen ist zudem der Einsatz von Parabenen, genauer gesagt die Konservierungsmittel Ethyl-/Propyl- und Butylparaben (Ethyl-/Propyl- und Butyl-p-hydroxybenzoate), welche in der GC Tooth Mousse zu finden sind. Da Parabene im Verdacht stehen, hormonell wirksam zu sein, sollte man bei der aktuellen Studienlage zumindest auf eine Langzeiteinnahme verzichten.

Was sind Parabene?

Zudem enthält die GC Tooth Mousse den Zuckeraustauschstoff Sorbitol, was jedoch lediglich für Menschen mit Sorbitintoleranz relevant ist.

 

Ausprobiert! > Unser Test

Aber nun wollen wir, nach all der Theorie, die Zahnpschutzcreme auch einmal selber ausprobieren – fangen wir also mit unserem GC Tooth Mousse Test an!

Die Tooth Mousse Zahnschutzcreme hat eine recht visköse Konsistenz, wodurch sie gut auf die Zähne appliziert werden kann. Die Creme hat eine rein weiße Farbgebung und unterscheidet sich somit in diesem Punkt nicht von einer Standardzahncreme – Geschmack und Geruch sind dagegen alles andere als gewöhnlich.

Olfaktorisch sticht das leicht süßliche – in diesem Fall – Erdbeeraroma (bzw. die jeweilige  Geschmacksrichtungen) bereits deutlich heraus. Trägt man die Zahnschutzcreme schließlich auf die Zähne auf, wird man unmittelbar mit einem sehr intensiven Erdbeergeschmack konfrontiert. Das doch sehr künstliche, süße Aroma weckt sogleich Kindheitserinnerung an Fruchtzwerge, auch Assoziationen an Erdbeerjoghurt kommen einem in den Sinn. 

Dieser Aspekt ist für die Anwendung bei Kindern nicht zu vernachlässigen, schmecken doch der Großteil der zahnmedizinischen Produkte für die Kleinen zumeist alles andere als lecker. Vom Geschmack der GC Tooth Mousse sind die meisten Kinder tatsächlich sehr angetan, sodass eine regelmäßige Anwendung, nach Absprache mit dem Hauszahnarzt, für die meisten Kinder tatsächlich eher eine Freude als eine Last darstellt. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich die Kinder ihre Lieblingssorte aus den fünf Geschmacksrichtungen (Erdbeere, Minze, Vanille, Melone und Tutti-Frutti) selber aussuchen können, wodurch die Motivation gleichfalls gesteigert wird.


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Es sei erwähnt, dass der Geschmack zwar zu anfangs sehr omnipräsent ist, das Aroma jedoch bereits nach kurzer Zeit deutlich nachlässt. Da die GC Tooth Mousse prinzipiell für jede Altergruppe angedacht ist, ist dies sicherlich eine positive Eigenschaft der Zahnschutzcreme. Insgesamt ist die Creme bei sachgerechter Anwendung sehr ergiebig, insbesondere wenn nur ein oder zwei Zähne behandelt werden müssen. 

Wie bereits im Abschnitt Inhaltsstoffe diskutiert, hat die GC Tooth Mousse aufgrund des Recaldent die Eigenschaft, Beschwerden an freiliegenden und empfindlichen Zahnhälsen zu lindern. Die Erfahrung hat ebenfalls gezeigt, das auch bei Mineralisationsstörungen („White Spots“), insbesondere bei Kindern, eine deutliche Verbesserung zu erzielen ist.

Aber auch die GC Tooth Mousse darf natürlich nicht als Wundermittel angesehen werden. Besondere Zahnschmelzschäden oder keilförmige Defekt im Zahhalsbereich, erfordern eine weitergehende, oftmals aufwändigere Behandlung – hier stößt die Zahnschutzcreme auch an ihre Grenzen.

 

 

Also? > Fazit 

Die GC Tooth Mousse hat das Potential, bei entsprechender Indikation, eine gute Ergänzung neben der täglichen Zahnpflege zu sein. 

Besonders für schmerzempfindliche Zahnhälse ist die Zahnschutzcreme zu empfehlen. Die Tooth Mousse hat das Potential Mineralisationsstörungen der Zahnhartsubstanz und damit einhergehende Sensibilitätsprobleme effektiv zu lindern. Auch bei Mundtrockenheit kann die Tooth Mousse Abhilfe schaffen. Wichtig dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die GC Tooth Mousse bei Kindern nur in enger Absprache mit dem Hauszahnarzt im Milch- bzw. Wechselgebiss angewendet werden sollte. Dies ist zwingend notwendig, um eine mögliche Zinküberdosierung zu vermeiden. 

Die Zahnschutzcreme wird nach dem täglichen Putzvorgang angewendet und am besten direkt mit dem Finger auf die entsprechenden Zähne einmassiert.

 

In Kürze! > Zusammenfassung

Ohne Fluoride, ohne Sorbit, enthält Parabene, ohne SLS, enthält Titandioxid, enthält Xylit, nicht vegan. Shop*


Geeignet für..

Schmerzempfindliche Zähne
freiliegende Zahnhälse
Kariesaktives Gebiss
Mundtrockenheit
Mineralisationsprobleme (s.g. White-Spots)
Kinder unter 10 Jahren nur mit ärztlicher Absprache (aufgrund möglicher Zinküberdosierung)

Nicht geeignet für..
Milch-Protein-Allergie (aufgrund Recaldent)

Veganer

 

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>Mehr Zahnpasta ohne Fluoride<
>Mehr Zahncreme mit Xylit<
>Mehr Zahnpasta ohne SLS<
>Mehr Sensitiv-Zahnpasta<


Literatur:

  1. Hellwege K.-D.: Die Praxis der zahnmedizinische Prophylaxe. 6., überarb. Aufl., Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG, 2003
  2. Hellwig E., Klimek J., Attin T.: Einführung in die Zahnerhaltung. 3., neu bearb. Aufl., München: Urban & Fischer, 2003 

 

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