Marvis Zahncreme 01

In diesem Artikel widmen wir uns einer der bekanntesten Kultzahncremes, die derzeit auf dem deutschen Markt erhältlich ist – der MARVIS Whitening Mint*.

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Worum geht’s? > Marke/Geschichte

Viele werden die Marvis Zahnpasta schon einmal in der Auslage gesehen haben, fällt sie doch durch ihre Retroverpackung direkt ins Auge. Die Marke Marvis gibt es bereits seit über 40 Jahren und stammt aus Italien, genauer gesagt aus dem schönen Florenz. Marvis hat insgesamt 7 verschieden Sorten im Dauersortiment, zu weilen kommen Sondereditionen für einen begrenzten Zeitraum mit hinzu. Noch immer ist die Marvis Zahncreme „Made in Italy“.

 

Was soll’s bringen? > Marketing/Versprechen

Beim Marketing schlägt die Marvis Zahnpasta einen anderen Weg ein als die etablierten Marken und versucht weniger über den zahnmedizinischen Mehrwert, als vielmehr über ein gewisses Lifestyle-Gefühl den Leuten ihre Zahncreme, im wahrsten Sinne des Wortes, schmackhaft zu machen. So positioniert Marvis sich bewusst eng verbunden mit der Kunst- und Modeszene und hebt sich dank der hippen Marketingkampagne geschickt von den anderen Zahncremes ab.

„Die Freude am guten Geschmack!“

Neben dem Trend-Aspekt verspricht die Marvis „Whitening Mint“ aber auch „unvergessliche Frische„, ein „intensives Geschmackserlebnis“ und eine zahnaufhellende Wirkung bei regelmäßiger Anwendung. Die 75 ml Tube gibt es u.a. bei Amazon* zu kaufen.

 
Ob die Behauptungen von Marvis auch wirklich alle stimmen, wollen wir nun in unserem Produktcheck untersuchen.

 

Wie sieht’s aus? > Verpackung

Marvis Zahncreme 02

Die Marvis Zahncreme kommt, wie oben bereits beschrieben, gänzlich im Retrolook daher – das Design der Pappschachtel erinnert an die frühen 30er Jahren und auch die Tube an sich wirkt wie aus einer Zeit vor der Plastik-Ära. Doch der Schein trügt! Hierbei handelt es sich mit Nichten um eine Zahnpastatube aus Aluminium, sondern zeitgemäß um ein konventionelles Behältnis aus Kunststoff, was jedoch bei dem Preis und der optischen Erscheinung des Produktes zunächst unpassend wirkt. Zu kritisieren ist, dass die Zahncremes von Marvis allesamt unversiegelt sind!

 

Marvis Zahncreme 03

 

Was ist drin? > Inhaltsstoffe

Nach welchen Kriterien wir die Zahnpasten bewerten, erfahrt Ihr hier.

Vorsicht!
Insgesamt gibt es 7 verschiedene Geschmacksrichtungen (und diverse Sondereditionen), die sich allesamt in ihrer Zusammensetzung teils erheblich unterscheiden! Oftmals finden sich bei den Online-Shops falsche Angaben, da Inhaltsstoffe der unterschiedlichem Sorte miteinander vertauscht wurden! Hier geht es nun speziell um die Inhaltsstoffe der „Whitening Mint“.


Im Folgenden sind die deklarierten Inhaltsstoffe der Marvis Zahnpasta mit ihren jeweiligen Funktionseigenschaften in Gänze dargestellt. Unterstrichene Inhaltsstoffe werden im anschließenden Abschnitt näher diskutiert.

Glycerin, Feuchthaltemittel
Hydrated Silica,  Abrasionsstoff
Water,  Lösungsmittel
PEG-32, Lösungsmittel
Tetrapotassium Pyrophosphate,  Emulgator von Fetten und Ölen
Aroma(Flavor),  Geschmacksstoff
Cellulose Gum, Viskösitätsregelnd
Xylitol,  Süßungsmittel
Titanium Dioxide, Färbemittel
Sodium Lauryl Sulfate (SLS),  Schaumbildner
Sodium Saccharin,  Süßstoff

Limonene,  Duftstoff
EugenolGewürznelkenöl
Benzyl Alcohol, Konservierungsmittel


Marvis Zahncreme 04

Fangen wir zunächst damit an, was nicht vorhanden ist. Aus Gründen der Kariesprophylaxe sollte die tägliche Zahncreme stets Fluoride enthalten, nur in Ausnahmefällen sollte auf eine fluoridfreie Variante zurückgegriffen werden – Fluoride sind wissenschaftlich erwiesen die bedeutendsten Wirkstoffe in der Zahnpasta (Stelleungnahme BZÄK). Da die Marvis Zahnpasta jedoch keine Fluoride enthält, ist sie schon einmal für die tägliche Zahnpflege nur eingeschränkt zu empfehlen. Insbesondere bei einem stark kariesaktiven Gebiss, sollte daher auf die Marvis Zahnpasta, zumindest als Zahncreme für alle Tage, verzichtet werden.


Mehr Informationen über fluoridfreie Zahncreme? –
Hier gibt’s alles über Zahnpasta ohne Fluorid!


Wie es bei Whitening Zahnpasten üblich ist, enthält auch die Marvis „Whitening Mint“ einen höheren Anteil an Abrasionstoffen, in diesem Fall amorphe Kieselsäure (Hydrated Silica). Durch diese Schleifpartikel werden Beläge und oberflächliche Verfärbungen im Prinzip „weggeschmiergelt“ und die Zähne dadurch aufgehellt, können jedoch auch bei zu intensiver Anwendung zu Schäden am Zahnbein (Dentin) führen. Bei schmerzempfindlichen Zähnen und/oder freiliegenden Zahnhälsen ist diese Zahnpasta von daher nicht zu empfehlen. Zudem kann auch eine abrasive Zahnpasta nur bis zur natürlichen Eigenfarbe der Zähne „weißen“, darüber hinaus hat die Zahncreme keine aufhellende Wirkung mehr – egal was die Firmen an Werbeversprechen liefern. Die Angabe der Abrasionsfähigkeit, welcher als RDA bzw. REA-Wert ausgedrückt wird, lässt sich bei der Marvis Zahnpasta leider nicht finden.

Was ist der RDA-Wert?

Xylit ist ein häufig eingesetzter Zuckeraustauschstoff, welchem eine antikariogene Wirkung zugesprochen wird. Eine Karies entsteht, vereinfacht gesagt, durch säureproduzierende Bakterien in der Mundhöhle. Insbesondere der Streptococcus mutans ist daran beteiligt. Entscheidend für die Wirksamkeit von Xylit ist nun die Tatsache, dass Xylit, im Gegensatz zu anderen Zuckern, nicht vom S. mutans verstoffwechselt werden kann. Dadurch kann das Bakterium keine schädlichen Säuren mehr produzieren, zudem nimmt dessen Population ab – das Kariesrisiko sinkt. Des Weiteren erwirkt Xylit einen Anstieg des pH-Werts – auch das vermindert das kariogene Potenzial des S. mutans. Somit ist Xylit als sinnvolle Beimischung in einer Zahncreme anzusehen.

Weiter anzumerken ist das Vorhandensein des Inhaltsstoffes Natriumlaurylsulfat (Sodium Lauryl Sulfate, kurz SLS). Der Stoff wird als Schaumbildner in zahlreichen Zahnpasten verwendet und hat eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Da er jedoch zudem in Verdacht steht ein erhöhtes Allergie-Risiko darzustellen, ist er aktuell Bestandteil vieler Studien – somit ist das Vorhandensein von SLS zumindest als diskutabel zu werten.

Was ist Natriumlaurylsulfat?

Erwähnenswert ist ebenfalls der Inhaltsstoff Titandioxid. Titandioxid gehört zu den so genannten Nanomaterialien und ist inzwischen in zahlreichen Zahncremes zu finden. Im Prinzip fungiert es als Färbemittel und sorgt so für die weiße Farbe der Zahncremes. Ob unbekannte Risiken für den Verbraucher von Nanomaterialien ausgehen können, ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung „wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt“. Es bleibt also abzuwarten, was aktuelle Studien an neuen Erkenntnissen liefern.

Für den frischen Geschmack enthält die „Whitening Mint“ laut Angaben Minzaroma, welches für den „typischen“ Zahnpastageschmack verantwortlich ist. Zudem beinhaltet die Marvis Zahnpasta Eugenol, was nachweislich eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung aufweist. Allergiker sollten hier gegebenenfalls aufpassen.

 

Ausprobiert! > Unser Test

Aber nun wollen wir, nach all der Theorie, die Marvis Zahnpasta auch einmal selber ausprobieren – fangen wir also an!

 

Marvis Zahncreme 05

Die Applikation der Zahncreme ist aufgrund der cremigen Konsistenz unkompliziert, auch bei fast leerer Tube lässt sich die Zahnbürste gut beschicken. Die Creme hat eine rein weiße Farbgebung und unterscheidet sich somit in diesem Punkt nicht von einer Standardzahncreme.

Zu Beginn des Putzvorgangs sticht geschmacklich deutlich das Minzaroma heraus, auch olfaktorisch dominiert bei der Marvis Zahnpasta die Minze. Der kräftige, frische Geschmack wird begleitet durch eine nicht zu vernachlässigende Schärfe – ich persönlich empfinde sie als nicht zu unangenehm. Da jedoch besonders bei Schärfe die persönlichen Geschmäcker oftmals beträchtlich auseinander liegen, könnten empfindliche Gaumen die Zahncreme womöglich als zu scharf erachten. Zudem bewirkt die Marvis ein unmittelbar eintretendes Frischegefühl, was positiv zu bewerten ist.
 
Während des Putzvorgangs verteilt sich die Zahnpasta außerordentlich schnell im Mundraum. Auffällig ist hierbei die relativ geringe Schaumwirkung – die Marvis verflüssigt sich mit der Zeit doch recht stark, ohne dabei jedoch seine geschmackliche Komponente zu verlieren. Für diejenigen, die sonst eine stark schäumende Zahnpasta verwenden, ist dieser Aspekt anfangs sicherlich gewöhnungsbedürftig.
 

Des Weiteren ist eine außerordentliche Abrasivität, zumindest während des Putzvorgangs, nicht zu spüren – die Zahnpasta fühlt sich für eine Whitening Zahncreme ungewöhnlich weich an, die abschleifenden Putzkörper sind nur wenig präsent.


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Hier geht’s zum Zahnpasta Test & Ratgeber!


Nach dem Putzvorgang hält sich der minzige Geschmack erstaunlich lange und auch das Frischegefühl bleibt erhalten, die Schärfe dagegen lässt rasch nach. Zudem ist schon nach der ersten Anwendung festzustellen, dass sich die Zähne insgesamt glatt, ja fast poliert, anfühlen. Beläge werden tatsächlich gut bis sehr gut entfernt, womit die Zahnpasta jedoch abrasiver ist, als sie es während des Putzvorgangs vermuten lässt. Dies ist jedoch ein generelles Problem von Whitening-Zahnpasten – je besser sie Plaque und Verfärbungen beseitigen können, desto stärker wird die Zahnhartsubstanz beansprucht. Bei der Marvis „Whitening Mint“ hält sich die Abrasivität zwar noch in Grenzen, dennoch sind bei freiliegenden Zahnhälsen zunehmende Empfindlichkeiten zu erwarten.
 
Kommen wir daher zum letzten Punkt des Tests, nämlich ob die Marvis Zahnpasta die Zähne tatsächlich aufhellt. Die Antwort darauf ist eindeutig: Es kommt darauf an! Das Potenzial ist dabei klar gegeben, insbesondere „klassische“ Verfärbungen wie Kaffee, Rotwein und Raucherbeläge sollten je nach Ausprägung gut beseitigt werden können, sodass die Zähne wieder heller erscheinen. Somit lässt sich recht Allgemein formulieren: Wer viele Beläge hat, wird mit der Marvis Zahncreme einen aufhellenden Effekt erzielen können. Wer dagegen kaum oder keine Beläge hat, wird auch nichts merken. Denn: Auch bei einer Whitening-Zahncreme ist, wie schon oft erwähnt, bei der natürlichen Eigenfarbe des Zahnes Schluss.

 

 

Also? > Fazit 

Wer die Intention hat etwaige oberflächliche Beläge zu entfernen, macht mit der Marvis Zahncreme zunächst einmal nichts verkehrt. Jedoch hat die Zahncreme auch einige Defizite, weshalb eine pauschaler Einsatz nicht sinnvoll wäre. Der große Knackpunkt ist sicherlich das Fehlen von Fluoriden, welche für die Kariesprophylaxe vorhanden sein sollten. Auch der erhöhte Anteil an Abrasionkörpern macht diese Zahncreme für die tägliche Zahnpflege nur mit Einschränkungen empfehlenswert. Jedoch reinigt die Marvis Zahncreme die Zähne gut von Plaque und Verfärbungen und sorgt für ein angenehmes, minziges Frischegefühl während und nach dem Putzvorgang. Bei erhöhter Schmerzempfindlichkeit oder freiliegenden Zahnhälsen kann die Zahncreme jedoch zu abrasiv sein und den Zähnen schaden – hier sollte auf die „Whitening Mint“ verzichtet werden. In einem kariesaktiven Gebiss oder für die Langzeitanwendung ist die Zahnpasta von Marvis – aufgrund des Fehlens von Fluoriden – nicht geeignet.

 


Tipp!
Für alle die die Marvis Zahnpasta trotzdem einmal ausprobieren möchten: In Italien ist sie in fast jedem Supermarkt erhältlich und deutlich günstiger als in Deutschland! Also beim nächsten Italien-Urlaub einfach mal die Augen offen halten! Ansonsten gibt’s die Marvis u. a. bei Amazon* zu kaufen.


 

In Kürze! > Zusammenfassung

Ohne Fluoride, ohne Sorbit, enthält SLS, ohne Parabene, enthält Titandioxid, nicht vegan. Shop*


Geeignet für..

– Zahnaufhellung bis zur natürlichen Eigenfarbe bei gänzlich unproblematischem Gebiss mit oberflächlichen Verfärbungen

– Zahnpflege im Wechsel mit fluoridhaltiger Zahncreme

Nicht geeignet für..
– Tägliche Zahnpflege

– Kariesaktives Gebiss
– Schmerzempfindliche Zähne
– freiliegende Zahnhälse

 

Marvis_Zahncreme_Thumbnail>Jetzt die Marvis online kaufen*<

 


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Literatur:

  1. Hellwege K.-D.: Die Praxis der zahnmedizinische Prophylaxe. 6., überarb. Aufl., Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG, 2003
  2. Hellwig E., Klimek J., Attin T.: Einführung in die Zahnerhaltung. 3., neu bearb. Aufl., München: Urban & Fischer, 2003 

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